Die Nadel im Heuhaufen
- Costantino Lanni, CFA, FRM

- 22. Feb.
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 24. Feb.
Erst kürzlich bin ich wieder auf die Studie von Hendrik Bessembinder (2018) gestossen. Die Resultate stellen ein zentrales Narrativ infrage – zumindest in der Form, wie es oft verstanden wird. Der Professor der Arizona State University analysierte sämtliche US-Aktien von 1926 bis 2015 (NYSE, AMEX, Nasdaq).
Die Kernergebnisse:
Rund 26’000 Aktien untersucht
32 Billionen USD Nettowertschöpfung
Nur 86 Aktien (0.33%) erzeugten über 50% der gesamten Vermögensbildung (vgl. Graphik unten)
Nur 4% der Aktien waren für 100% der Nettorendite verantwortlich
96% performten langfristig nicht besser als Treasury Bills – viele schlechter
👉 Der Markt performt.👉 Die meisten Einzelaktien nicht.

Das Renditeprofil des Aktienmarktes folgt einer extremen Schiefe (positiver Tail-Effekt). Wenige Outlier treiben das Gesamtergebnis.
Was bedeutet das konket? Anleger sollten sich nicht verlassen auf :
Systematisches Stock Picking
„Qualitätsunternehmen“ als Renditegarantie
Prognosefähigkeit bei zukünftigen Gewinnern
Stattdessen entscheidend:
Breite Diversifikation (z. B. globale ETFs)
Den Markt besitzen, nicht selektieren
Langfristige Disziplin
Kostenkontrolle
Fazit
Anlageerfolg beruht nicht darauf, den nächsten Superstar frühzeitig zu identifizieren. Die wenigen ausserordentlichen Gewinneraktien im Voraus zu selektieren, gleicht der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Entscheidend ist vielmehr, investiert zu sein, wenn solche Werttreiber entstehen. Bildlich gesprochen: Erfolgreiche Anleger versuchen nicht, die Nadel zu finden – sie erwerben den gesamten Heuhaufen.
Die Studie im Detail:https://lnkd.in/gQhg6tEX

Kommentare